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aktualisiert am: 31.05.2010 |
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Der Thanatologe
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Wegbereiter
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für Trauerarbeit
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| Stefan Helmus-Fohrmann |
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hat sich zum Embalmer und
Thanatologen ausbilden lassen. Zu seiner Ausbildung gehört
auch die Fachrichtung: Restaurativmaßnahmen bei Unfalltoten.
Er absolvierte ein Studium in Deutschland und England, das
er im März 1997 in London vor einer internationalen
Prüfungskommission abschloss. |
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Die Auseinandersetzung mit dem Tod – in der heutigen
Gesellschaft weitestgehend verdrängt – wird durch den
Anblick einer würdigen Aufbahrung leichter.
Immer häufiger finden Bestattungen in der heutigen Zeit
nicht mehr innerhalb weniger Tage nach dem Tod eines
Menschen statt. Zu weit sind mittlerweile, so manches Mal
die räumlichen Entfernungen geworden. Nicht immer ist es
den Angehörigen möglich diese Distanzen kurzfristig zu
überwinden. Der Termin einer Beisetzung kann sich so
erheblich verschieben oder Überführungen über lange
Distanzen nötig machen. |
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Hier greifen dann vor allem die Kenntnisse und Fertigkeiten
eines Thanatologen. |
Sie ermöglichen Terminplanungen für Beisetzungen, die den
Wünschen der Angehörigen und Trauergästen entsprechen.
– Zur Wahrung einer Tradition, Verstorbenen die letzte
Ehre zu erweisen.
Durch die sogenannte präventive Behandlung des
Verstorbenen, nach traditionellen und modernen
Erkenntnissen, ist eine offene Aufbahrung ohne eine
Beeinträchtigung möglich. |
Aus einem Zeitungsartikel der WAZ- Mülheim: |
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Der Abschied
am offenen Sarg
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Der Tod eines nahestehenden Menschen ist ein
Abschied für immer. Ein Abschied, der vielen
unendlich schwer fällt. Dabei spielt es zumeist
keine Rolle, ob der Tod plötzlich und unerwartet,
oder am Ende einer langen Krankheit eintritt.
Zurück bleiben trauernde Hinterbliebene, die
oftmals vor einer Fülle von Schmerz und Leid
stehen.

Im Mittelpunkt einer jeden Trauerbewältigung steht
die bewusste Wahrnehmung des erlittenen Verlustes.
Trauerbegleiter und Therapeuten sind sich darüber
einig, dass eine Auseinandersetzung mit dem Tod
notwendig ist, damit die Bewältigung der Trauer
erfolgen kann.

Vielen Hinterbliebenen fehlt allerdings der Mut, dem
Verstorbenen von Angesicht zu Angesicht, ein letztes
Mal gegenüber zu treten. Zu groß ist die Angst vor
einem möglicherweise erschreckenden Anblick.

Doch der erfahrene Bestatter weiß, dass gerade die
stille Einkehr am offenen Sarg, für viele Menschen,
ein wichtiger Schritt auf der Suche nach Trost ist.
Hier wird der Tod begreifbar und kann auch seinen
Schrecken verlieren, wenn der Hinterbliebene sieht,
dass der geliebte Mensch seinen Frieden gefunden
hat.

Bleibt ein Sarg verschlossen, wird den
Hinterbliebenen zumeist eine wichtige Möglichkeit
in Richtung Trauerbewältigung genommen. Oftmals
wird den Angehörigen leider sogar empfohlen, den
Verstorbenen so in Erinnerung zu halten, wie er zu
Lebzeiten war.

Da der Tod und die Auseinandersetzung mit ihm, in
unserem heutigen Bewusstsein stark verdrängt,
Hausaufbahrungen kaum noch gemacht werden und viele
Menschen erst wenn sie persönlich von einem
Trauerfall betroffen sind, damit in Kontakt kommen,
ist die Furcht vor erschreckenden Erlebnissen groß.

Dabei muss das nicht sein. In einer würdevollen und
angenehmen Umgebung kann der Tod im Rahmen einer
offenen Aufbahrung schon viel von seinen Schrecken
verlieren.

Und selbst nach einer langen, schlimmen Krankheit
oder einem plötzlichen Unfalltod hat ein Bestatter
die Möglichkeit den Angehörigen zu helfen und eine
Abschiednahme ohne Schrecken möglich zu machen, in
dem er einen Thanatologen um Hilfe bittet.

Der Beruf des Thanatologen ist in unserer
Gesellschaft leider weitestgehend unbekannt. Dabei
ist oftmals er es, der dem Bestatter hilft, damit
dieser im Umgang mit dem Verstorbenen den Grundstock
für die Trauerbarbeit legen kann.

Er ermöglicht die offene Aufbahrung bis zum
Bestattungstag, auch über einen längeren Zeitraum
ohne Einschränkung. Mit der sogenannten
präventiven Behandlung eines Verstorbenen wird
allerdings nicht beabsichtigt, den Leichnam für die
Ewigkeit zu konservieren, sondern ihn bis zur
Bestattung in einer dem Verstorbenen würdigen Weise
zu bewahren.

Während des Lebens verhindern die natürlichen
Abwehrkräfte des Menschen die Ausbreitung von
Mikroorganismen, die sich nach seinem Tode vermehren
und die Veränderung eines Leichnams verursachen.
Das führt dann zu den unangenehmen
Begleiterscheinungen, die oftmals eine offene
Aufbahrung bei ungünstigen Voraussetzungen
unmöglich machen. Durch die Injektion einer
präservierenden Flüssigkeit in das Arteriensystem,
die auch bakterientötend wirkt und ein
antiseptisches Milieu schafft, erwirkt ein
Thanatologe, dass diese Begleiterscheinungen gar
nicht erst auftreten. Es werden bei dieser modernen
Behandlungsmethode keine inneren Organe entfernt
oder noch weitergehende Veränderungen am Körper
eines Verstorbenen vorgenommen.

Auch bei unfallentstellten Verstorben leistet ein
Thanatologe wertvolle Hilfe. Teil seines Studiums
sind rekonstruktive Maßnahmen bei Unfalltoten. Mit
seinen Kenntnissen ist es ihm möglich die
schrecklichen Spuren eines Unfalls so zu mildern,
dass eine Abschiednahme für seine Angehörigen
möglich ist. Gerade wenn junge Menschen so mitten
aus dem Leben gerissen werden, hat es sich gezeigt,
dass der Tod für die Familien erst dann wirklich
begreifbar und erfahrbar wurde, wenn sie die
Möglichkeit der Abschiednahme tatsächlich und in
vollem Umfang hatten. Erst dann setzt wirklich eine
echte Trauerbewältigung ein. Bestattungen finden in
der heutigen mobilen Zeit auch nicht immer innerhalb
weniger Tage statt. Zu weit sind die Entfernungen
geworden, in denen die Familien, zum Teil
berufsbedingt, zu einander leben. Die Kenntnisse und
Fertigkeiten eines Thanatologen ermöglichen es dem
Bestatter, Terminplanungen für Beisetzungen ganz
den Wünschen der Angehörigen anzupassen, damit
auch jedes Familienmitglied die Möglichkeit zur
Wahrung einer Tradition hat, Verstorbenen die letzte
Ehre zu erweisen.
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